Preisträger der Ballpumpe der Saison II/2016:

Die Grünen und SPD im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg der Stadt München

Begründung:
Sport, den mehrere Menschen zusammen betreiben, ist für Die Grünen und die SPD insbesondere in Neuhausen-Nymphenburg in München nur akzeptabel, wenn er auf den Namen Eurythmie hört, garantiert keinen Schweiß verursacht und wenn man bei der Ausübung lange Gespräche über den katastrophalen Zustand von Gesellschaft und Natur führen kann.
So wurde vor nicht allzu langer Zeit die Bewerbung um Olympische Spiele in München unter der Agitation Der Grünen abgelehnt, vor allem wegen ökologischer Bedenken, was insofern seltsam anmutet, weil die Bewerbung von München die einzige war, die überhaupt das Thema Ökologie in den Focus gestellt hat – und was letztendlich dazu führte, dass ausgerechnet in Peking diese Spiel stattfinden werden, wo man ja schon kaum noch Luft zwischen alle den Feinstaubpartikeln findet.
Vor kurzem lag nun in München im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg der Stadt München – also in einem Stadtbereich, wo das Klischee real ist, dass ökologisch Bekennende auch gerne mal mit dem Porsche Cayenne zum Bioladen fahren – ein Antrag vor, dass die LHS München ein Konzept erarbeite, damit Schulkinder weiter gemeinsam Skifahren lernen und im Winter altersgemäße spannende Bewegung erleben können. Dieser Antrag zielte darauf, dass die Voraussetzungen für schulische Skiwochen wieder gegeben sind.
Diesen Antrag haben die Rot-Grünen Fraktionen gemeinsam abgelehnt – wegen des Klimawandels, weil der ja demnächst, so in 30 / 40 Jahren vielleicht auch bei uns in Bayern zu schnee-losen Wintern führen könnte. Dabei zeigte Rot/Grün in der Debatte in beeindruckender und nachhaltiger Weise, dass sie jederzeit bereit ist, den Bewegungsdrang von Kindern und Jugendlichen der Erziehung zum neuen Mensch unterzuordnen, wo gefälligst lange und bestimmt durch anregende, sachliche Diskussionen ergänzte Winterwanderungen den unsinnigen Aktionismus von (Vor-)Pubertierenden einen Riegel vorschieben müssen in einer durch Klimawandel aufgeheizten Alpenregion, von der noch keiner ganz genau weiss, wann er sich genau wie auf die Schneelage auswirken wird.
Dabei nahmen die Preisträger auch in beeindruckender Weise Widersprüche in den eigenen Reihen aufopferungsvoll und demütig in Kauf, was sogar die Süddeutsche Zeitung, das Leib- und Magenblatt der umwelt-besorgten, doppelverdienenden Akademiker, mit merklichem Stirnrunzeln zur Kenntnis nahm. Als der Antrag so abgeändert worden war, dass sich keinerlei Hinweis mehr auf Ski-Sportarten oder schulsportrelevante körperliche Aktivitäten der Beteiligten darin fand, er mithin völlig sinnfrei nun den Weg zurück in die Behörde fand, stimmte die Rot/Grüne Fraktion zu.

Die Bezirksausschussfraktionen der Grünen und SPD in Nymphenburg Neuhausen haben sich in beeindruckender Weise um die Verdichtung eines argumentativen Vakuum verdient gemacht, das mit einem lauen Zischen sich zum Schaden von unseren Kindern zu garantiert umweltfreundlicher heisser Luft verarbeitet wurde.

Ein wahrhaft würdiger Preisträger.

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Folgender Kommentar eines Mitglieds hat uns diesbezüglich erreicht:

Hallo zusammen,
der Artikel „Ballpumpe“ im Heft 1 – 2017 hat mich nachdenklich gemacht.
Selbst wenn die Verhältnisse im Stadtteil Neuhausen Ihrer Schilederung entspricht, finde ich es in keiner Weise angebracht die Grünen, bzw. SPD – Mitglieder pauschal als Anhänger der Eurythmie und SUV- Fahrer zu bezeichnen, bzw. abzuwerten!

Die Ökologie in den Focus zu stellen, egal ob bei der Bewerbung zu den Olympischen Spielen oder im Freizeitsport/Klassenfahrten ist eine absolute Notwendigkeit!
Was wollen wir unseren Kindern und Enkelkindern hinterlassen? Sollen die Skigebiete noch mehr Natur zerstören, wie das am Riedberger Horn geplant ist?
Der Artikel liest sich für mich wie die Hauszeitung der CSU. Wird unser Verband von der Partei gesponsert?
Ich bin seit ca 50 Jahren Mitglied im DSLV, habe früher begeistert die Fortbildungen besucht, nun spielte ich wirklich mit dem Gedanken auszutreten.
Ich bitte Sie um eine Antwort.

Renate Hartung

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Unsere Antwort der Redaktion:

Sehr geehrte Frau Hartung,
zu allererst: Vielen Dank für Ihre Anmerkung! Wir freuen uns über jedes Feedback – auch Kritik! Wir wollen, dass in unserem Verband eine lebhafte Auseinandersetzung über das Thema Sport stattfindet und unsere Publikationen sollen keine Verlautbarungsorte sein für Dogmen.

Wir sind ganz Ihrer Meinung, dass die Ökologie bei Klassenfahrten und Freizeitsport ein unabdingbarer Inhalt und absolute Notwendigkeit ist. Der DSLV hat zu dem Thema Ökologie und Bergsport inzwischen diverse Fachveranstaltungen durchgeführt und besucht mit führenden Wissenschaftlern des Feldes. Dabei kamen interessante Informationen zu Tage.
Unter anderem, dass die Gesamt-Ökobilanz des Alpinskisports in Bayern gut ist. Die Kriterien, wie kurze Wege in das Gebiet, geringe Nutzung von Flächen – es werden kaum mehr Skianalgen neu gebaut, die gute Pflege der Skihänge im Sommer, usw. haben auch mich überzeugt, dass der Alpinskisport nach wie vor ein wichtiger Unterrichtsinhalt ist.

Deswegen finden wir es nicht gut, pauschal den Wintersport in Schulen negativ zu beurteilen. Das haben die Grünen und die SPD in der beschriebenen Sitzung getan und wurden dafür auch in der SZ kritisch beurteilt.
Wir finden, dass unsere Berge eines der identitätsstiftenden Merkmale Bayerns sind und deshalb setzen wir uns auch dafür ein, dass in unseren Bergen Sport und im Winter eben auch Skisport getrieben wird – natürlich unter Berücksichtigung von ökologischen Fragen.

Keineswegs ist der DSLV allerdings eine „Hauszeitung der CSU“ – wie sie das wahrnehmen. Im gleichen Heft wird der SPD viel Platz gewidmet und die SPD Landtagsabgeordnete und Frau Stachowitz, war Gast bei der Mitgliederversammlung des DSLV. Zudem war der letzte Preisträger der Ballpumpe Hr. MdL Dr. Waschler, CSU. Wie sie sehen, die Partei ist uns egal, es geht um den Sport.

Und wie gesagt: Wir freuen uns über Feedback unserer Mitglieder

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Die Fraktionen der Grünen- und SPD- im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg(BA9) in München wurden vom DSLV-Präsidium zum Preisträger der Ballpumpe der Saison 2016 benannt. Veröffentlicht wurde das Ende Februar 2017 mit dem letzten DSLV – News und auf der Homepage.
Zugegeben, keiner bei uns im Präsidium hatte damit gerechnet, dass die Preisträger die DSLV Zeitschrift lesen oder unsere Homepage durchforsten und erst recht nicht, dass Sie es gar nicht erwarten konnten, die Ballpumpe überreicht zu bekommen. Zum darauffolgenden Märztermin der (monatlich stattfindenden) Sitzungen des BA, waren sowohl unsere Präsidentin, als auch die Stellvertreterin wie jedes Jahr um die Zeit im Urlaub beim Frühlingsskifahren. Nur über Sport reden und schreiben ist ja auch blöd, beispielhaft müssen wir im DSLV auch selbst Sport treiben. Zudem war der Resturlaub des Vorjahres noch abzubauen.

So kam es, dass niemand vom DSLV Präsidim bei diesem Termin erscheinen konnte und wir erst auf Umwegen erfuhren, dass Willi Wermelt, „Kulturbeauftrager“ der SPD Fraktion im BA9, zwei Ballpumpen kaufte und diese am Ende der Märzplenumssitzung dem Fraktionssprecher der Grünen und der SPD überreichte. Der Presse konnten wir entnehmen, dass er sich auch beschwerte, nichts bekommen zu haben als Preisträger!

Wir finden, der Willi Wermelt zeigt Witz und Humor!

Wir werden diskutieren, ob wir ihn für weitere Preisverleihungen anfragen wollen, natürlich ehrenamtlich, wie alle anderen bei uns auch.

Leider lies er es aber deutlich an der angebrachten sachlichen Genauigkeit mangeln und auch die Pressevertreter machten sich nicht die Mühe die eigentlichen Anträge zu lesen.
Es sollte wohl so von SPD und Grüne gedreht werden, wie wenn die Ballpumpe nur deswegen verliehen würde, weil unsere Präsidentin auch Mitglied in dem Bezirksausschuss ist und es wurde behauptet, sie sei die Antragstellerin gewesen und sei nur persönlich beleidigt. Das ist falsch.
Genau betrachtet: Leider falsch. Leider, weil für den Ski-Sport wäre es ein schönes Zeichen, wenn man das auf persönliche Animositäten begrenzen könnte.

Ziel des DSLV ist es mit der Ballpumpe der Saison möglichst beispielhafte Situationen aufzugreifen. Der erste Preisträger der Ballpumpe der Saison des DSLV, Dr. G. Waschler, Mitglied des Landtags, CSU, steht leider auch beispielhaft. Der DSLV und die SZ berichteten. Die Position der Grünen und der SPD im BA 9 zeigte beispielhaft eine Haltung und eine Position gegen Skisport in München, die der DSLV „anti-sportlich“ einstuft und der die Teilhabegerechtigkeit für Schülerinnen und Schüler verschlechtert. Wir finden das sehr ungerecht, dass nur noch wenige Schülerinnen und Schüler die Chance haben den Skisport überhaupt kennenzulernen. Leider beschreibt diese Ablehnung des Skisports durch die beiden Fraktionen der SPD und der Grünen im BA 9 deutlich eine Grundstimmung in München, die im Verleihungstext schon sehr treffend beschrieben ist (siehe oben).

Deshalb hier ein paar Hintergrundfakten und auch die beiden Originalanträge, die eine eigene Begründung enthalten:

Diesen Antrag HIER hatten im Juli 2017 Kristina Frank, Sportpolitische Sprecherin der CSU-Fraktion im Stadtrat der Stadt München und Wolfgang Schwirz, Leiter des Ausschusses Bildung und Sport in den BA 9 eingebracht. Dieser Antrag bezog sich auf Skifahren für Kinder und Jugendliche in Neuhausen-Nymphenburg und wurde im BA von SPD und Grünen abgelehnt.

Der Antrag ohne Skifahren wurde dann im Folgemonat angenommen.

Hier noch einige weiterführende Hintergrundfakten zum Skifahren an Schulen in Bayern. Skifahren wird leider immer weniger unterrichtet wird, obwohl es in allen Lehrplänen steht:

Das Bayerische Erziehungs – und Unterrichtsgesetz legt mit Art. 30 fest, dass alle Schulen ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag durch Unterricht UND sonstige Schulveranstaltungen erfüllen und insbesondere Schülerfahrten sonstige Schulveranstaltungen sind (Satz 1 und 4 Art. 30 BayEUG). Für alle Schularten gelten die gleichen Regelungen, wie KmBeks und KMS (Kultusministerielle Bekanntgaben und Schreiben) für Schülerfahrten (z. B. 2010).
Da diverse Lehrplaninhalte, wie zum Beispiel Skifahren, nicht in den zwei-Stunden-Rhythmus des Schulsports passen, ist dafür in jedem Lehrplan die Bildung von Stundenblöcken, Wintersporttag oder Schulskikursen vorgesehen. Der Grund – und Mittelschullehrplan enthält die Inhalte “Sich auf Eis und Schnee bewegen / Wintersport, 4.6”, die explizit aus organisatorischen Gründen in Schulskikursen oder Projekten unterrichtet werden sollen. Ebenso der Lehrplan Plus Sport am Gymnasium und Realschulen.

Der Lehrplan zu Skifahren in allen Schularten bildet zusammen mit Art. 30 BayEUG die Rechtsgrundlage für Schulskilager.
Die Schulen legen innert diesem Rahmen in Eigenverantwortung fest, welche Klassen, wann, wie viele Tage, welche Schülerfahrten unternehmen (Fahrtenprogramm). Dabei lassen sich Ski-sportliche Schülerfahrten je nach schulischer Situation in Tages- oder Mehrtagesabschnitten als positiven Bildungsbeitrag gestalten.
Skisport bietet aufgrund der besonderen (Umwelt-) situation, wie Berge, Schnee, Kälte, sich ständig ändernder Untergrund, Farbe des Lichts und der herausragenden Bewegungsimpulse durch mehrdimensionale Bewegung, Beschleunigung, Geschwindigkeit, Gleiten auf rutschigem Untergrund und der besonderen Gruppendynamik herausragende Bildungschancen und unvergessliche Naturerlebnisse. Dies kann im Schulalltag im Klassenzimmer nicht gleichwertig geschaffen werden.

Schnee wird es gemäß den Untersuchungen von Prof. Dr. Jürgen Schmude LMU, oder Univ.-Prof. Dr. Ralf Roth Köln, (nicht verwandt oder Verschwägert mit unserer Präsidentin!) und anderer noch lange geben, wie zum Beispiel im Winter 2016/2017. Die „optimalen Skitage“ werden zwar weniger und der Schnee wird in Zukunft voraussichtlich später kommen, aber deswegen den Kindern heute den Zugang zum Skisport zu verwehren ist nicht nachvollziehbar. ( https://www.uni-muenchen.de/aktuelles/medien/spotlight/2014_meldungen/schmude_klimawandel_skisport.html 2017_04_16) und auch unter unserem Thema Skisport.

Die Gesamtökobilanz von Skifahren in Bayern ist besser als von Flugreisen oder anderen Fernreisen. Die Diskussion zur Umweltverträglichkeit des Skisports wird vor allem emotional geführt. Wir werden dazu weiter Infos sammeln und bitten um sachliche Beiträge via E-Mail, die wir unter dem Thema Skisport veröffentlichen werden.

Der Bildungsauftrag von Schulen beinhalten, die Teilhabegerechtigkeit und Integration für alle Kinder zu fördern. Dabei sind Integration und Herstellung von Bildungsgerechtigkeit weitere Leitlinien. Dass inzwischen viele Schülerinnen und Schüler in Bayern weder die Berge noch die Seen Bayerns kennen lernen und teilweise nicht am (Pflicht-) Unterricht teilhaben, widerspricht zum einen den Prinzipien der Integration, zum anderen der allgemeinen Schulpflicht und des weiteren den Lehrplänen mit ihren übergeordneten Bildungszielen, wie zum Beispiel der Chancengleichheit.

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Dass wir nicht alleine stehen, zeigen die zahlreichen Reaktionen, die wir zu diesem Diskurs erhalten. Auch auf unserer Facebook-Seite wird uns Unterstützung zuteil – hier ein Beispiel.

In unserem Magazin II/2016 haben wir dieses Posting auch zum Anlass genommen den dort geprägten Begriff Resterampe in diesem Artikel aufzugreifen und dazulegen, worum es de mDSLV Bayern geht und war um wir Skifahren für wichtig im Schulleben Bayerns finden…

Wir weisen auch auf die Lokalpresse HALLO München hin. Die nicht nur unsere Preisverleihung mit einer halben Seite bedenkt, sondern dort auch diese Lesermeinung abdruckt.

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Hier eine weitere Reaktion aus der Süddeutschen Zeitung: „Allein auf der Piste

Bildquelle: Unser Dank für die Bereitstellung des Bilds geht an die Geschichtswerkstatt Neuhausen.