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Positionspapier: Perspektiven des Schulsports in Bayern

Positionspapier

  • Bayerischer Landes-Sportverband
  • Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband
  • Deutscher Sportlehrerverband, Landesverband Bayern
  • Landes-Elternverband Bayerischer Realschulen
  • Sportzentren der Universitäten Augsburg und Bamberg

unter Federführung des Bayerischen Aktionsbündnisses für den Schulsport

Der Sportunterricht ist das einzige Bewegungsfach im Schulalltag und bietet ein vielfältiges Bewegungsangebot. Nur der Sportunterricht erreicht, im Gegensatz zu den Angeboten der Vereine oder sonstiger Institutionen, alle Heranwachsenden. Bewegung ist fundamental wichtig für eine gesunde Entwicklung. Studien belegen nicht nur, dass sich Kinder, die Sport treiben, gesund entwickeln, sondern auch den starken Zusammenhang zwischen Bewegung und geistiger Leistungsfähigkeit. Konkret kann belegt werden, dass Kinder, die sich täglich (auch in der Schule) bewegen, leichter lernen sowie aufmerksamer und sozial kompatibler sind. Im Regelfall stärken Sport und Bewegung im Kindes- und Jugendalter das Selbstwertgefühl und führen zu einem positiv-realistischen Selbstbewusstsein. In einem pädagogisch ausgerichteten Sportunterricht entwickeln sich Werte wie Sozialverhalten, Leistungsbereitschaft, Respekt, Achtung, Gleichberechtigung, Verantwortung, Fairness sowie ein reflektierter Umgang mit Sieg und Niederlage. Der Sportunterricht ermöglicht wie kein anderes Schulfach in unterschiedlichen Situationen häufig Gemeinschaftserlebnisse, die auch mithelfen, Emotionen zu erleben und Konflikte in der Gruppe positiv und konstruktiv zu lösen. Der Schulsport führt auch in anderen Fächern zu einem positiven und leistungsförderlichen Klassenklima.

Die oben genannten Institutionen, sprechen sich gemeinsam für die Bedeutung und Notwendigkeit von täglicher zielgerichteter Bewegung und qualitativ hochwertigem Sportunterricht für die Kinder und Jugendlichen aller Jahrgangsstufen und Schularten aus.
Qualität
Die Grundlage für Qualität des Unterrichts muss bereits in einer entsprechenden Sportlehrerausbildung gelegt werden, d. h.

  1. 1. Sportstudierende müssen sowohl fachpraktisch, als auch methodisch- 
didaktisch hervorragend ausgebildet werden.
  2. Alle Lehrkräfte, die zukünftig im Sportunterricht eingesetzt werden, müssen 
eine Grundlagenausbildung für das Fach Sport erhalten, ein fachfremdes Unterrichten in diesem wichtigen Fach sollte zukünftig in den Grund- und Mittelschulen unterbleiben.
  3. Alle Universitäten in Bayern sollten bzgl. der Sportlehrerausbildung dieselben Standardbausteine aufweisen.

 

Dritte Sportstunde in Jahrgangsstufe 1 der Grundschule

Wir fordern statt bisher zwei Sportstunden wöchentlich drei Sportstunden für die Jahrgangsstufe 1 der Grundschule, so wie dies in den Jahrgangsstufen 2 bis 4 der Fall ist.
Gerade in der ersten Klasse der Grundschule, in der das „Spielkind“ des Kinderkartens zum „Sitzkind“ der Schule wird, sollte Bewegung, Spiel und Sport mindestens 3-stündig wöchentlich vermittelt werden.
Wir rufen zudem die bayerischen Eltern dazu auf, sich für die strikte Umsetzung des Pflichtsportunterrichts einzusetzen. Ein regelmäßiger Ausfall des Sportunterrichts zugunsten anderer Fächer, der nicht selten an das Bayerische Aktionsbündnis herangetragen wird, darf nicht hingenommen werden.

Schwimmfertigkeit für alle (Grund-) Schulkinder

Wir fordern die Verantwortlichen aus Kultusministerium und Kommunen auf, die bauliche Situation der Schwimmbäder in dieser Form zu verbessern, dass der im Lehrplan verankerte Schwimmunterricht von den Schulen in (sinnvoll erreichbaren) Schwimmbädern angeboten werden kann.


Jedes Kind muss am Ende der Grundschulzeit schwimmen können. Schwimmfähigkeit und Wassersicherheit entwickeln Kinder am besten im regelmäßigen Schwimmunterricht, wie im Lehrplan vorgesehen. Die eindrücklichen Sinnes-, Umwelt- und Bewegungserlebnisse und -erfahrungen im Medium Wasser lassen sich dabei über die Zeit gut verarbeiten und fördern die Teilhabegerechtigkeit. Falls ein wöchentlicher Schwimmunterricht organisatorisch nicht umsetzbar ist, sollte die Schwimmfertigkeit zumindest in Form eines Intensivkurses (z. B. in den letzten beiden Schulwochen vor den großen Ferien) vermittelt werden.

Das Aktionsbündnis für den Schulsport hat in seinem Pilotprojekt „Schwimmoffensive 2017“ (in Kooperation mit dem Schulamt Dillingen und drei Grundschulen) gezeigt, dass für Schulen die Durchführung eines solchen Modells organisatorisch umsetzbar und zudem kostenneutral ist. Konkret wurden innerhalb von 2 Wochen täglich 120 Minuten Schwimmen angeboten. Unterstützt wurde der Unterricht von DLRG und Wasserwacht.

Die positiven Ergebnisse der Schwimmoffensive zeigen, dass 75-90% der teilgenommenen Nichtschwimmer das Schwimmen erlernt haben, bzw. ein Schwimmabzeichen erwerben konnten.
Die Eltern sollten also die Umsetzung des Lehrplans für das Schwimmen trotz der problematischen Situation der bayerischen Bäder einfordern. Zudem sollte die Schwimmfähigkeit im Zeugnis der 4. Klasse dokumentiert werden.

Sport in der Ganztagsschule

Durch den stetigen Ausbau von offenen und gebundenen Ganztagsschulen in Bayern (aktuell sind ca. 50 % der Schulen Ganztagsschulen) verbringen die Kinder und Jugendlichen immer mehr Zeit an der Schule.
Schulen müssen daher nicht nur ausreichend attraktive und motivierende Bewegungsräume für ihre Schüler zur Verfügung stellen, sondern auch angeleitete und qualitativ hochwertige Sportangebote in den Ganztag einbauen.

Als Mindestqualifikation für ein Sport- und Bewegungsangebot sollte eine vom BLSV anerkannte Übungsleiter-/Trainer-Lizenz gelten. Hierbei kann auf die Expertise von den ca. 12.000 Sportvereinen und deren rund 90.000 Übungsleiter/innen zurückgegriffen werden.

Der Bayerische Landes-Sportverband bietet seinen Sportvereinen ein intensives Coaching an, so dass diese zunehmend in die Lage versetzt werden, als Träger das gesamte offene Ganztagsangebot zu organisieren und durchzuführen.

Die Verbände, unter Federführung des Bayerischen Aktionsbündnisses für den Schulsport, haben Flyer erarbeitet, die Eltern, Schulleitern/Lehrkräften und Schülern die Bedeutung des Schulsports verdeutlichen sollen. Diese sind digital oder in Printform beim Bayerischen Aktionsbündnis für den Schulsport erhältlich.

Das Bayerische Aktionsbündnis für den Schulsport e. V. versteht sich auch als Mittler zwischen Eltern, Sportlehrkräften, Universitäten und den Schulen bzw. dem Kultusministerium. Da wir gut vernetzt sind setzen wir uns gerne für Missstände in allen Belangen des Schulsports ein – sprechen Sie uns gerne an!

Kontakt:
Bayerisches Aktionsbündnis für den Schulsport e. V.
Tel.: 089/15702-512
E-
Mail: birgit.dethlefsen@blsv.de
www.aktionsbuendnis-fuer-den-schulsport.de

oder: info@dslv-bayern.de

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