Tauchen

Entdecke die Tiefen des Ozeans und dich selbst

„Taucher sind Männer, die …“ so beginnt die Einleitung des Handbuchs für Taucher von H. Stelzner aus dem Jahre 1931. Wer damals den Pioniergeist besaß und sich privat auf das Wagnis des Gerätetauchens einlassen wollte, der musste einen Froschmann oder erfahrenen Berufstaucher ausfindig machen und bei ihm in die Lehre gehen. Heute ist Tauchen ein Breitensport für jung und alt, unabhängig von der Zahl der X- oder Y-Chromosomen und lässt sich in Grundzügen in wenigen Tagen erlernen. Damit diese faszinierende und facettenreiche Sportart auf Dauer gesund und stets vergnüglich praktiziert werden kann, ist jedoch eine solide Schulung durch gut ausgebildete Tauchlehrer erforderlich – nicht selten führt das Hobby dann zur Profession.

Der wohlverdiente Urlaub führt an einen warmen Ort am Meer. Das vom Reisebüro geschnürte Paket ist ein Schnäppchen und beinhaltet neben Flug, Unterkunft und kulinarischer Rundumversorgung ein Tauchpaket „non-limit“ für Papa, den ersten Kurs für Mama, und das 11-jährige Kind wird sich beim Schnorcheln sicher auch nicht langweilen – am Ende wird es gar einen Schnuppertauchgang gemacht haben und fortan nicht mehr davon abzubringen sein, mit Eltern und Freunden weitere Tauchziele zu bereisen. Der erste Schritt sich mit dem „Tauchervirus“ zu „infizieren“, ist oft der Blick mit einer Tauchermaske in die Unterwasserwelt, ein kurzes Abtauchen in die Stille mit vollem Körperkontakt zum nassen Element und die Entdeckung eines interessanten Details, z.B. ein „verspielter“ Krake oder eine „bunte“ Nacktschnecke – und schon zwingt einen die Atemnot wieder zurück an die Wasseroberfläche. Die Möglichkeit länger unten zu bleiben und einfach weiter zuatmen, zu schauen und zu staunen, zu schweben und auch etwas weiter und tiefer in hoffentlich unberührte Unterwasserkulissen vorzudringen, ist gleichermaßen reizvoll wie leicht zu erreichen. Ein modernes Tauchgerät versetzt uns für kurze Zeit in die Lage Dinge zu tun, für die wir ohne weiteres nicht geschaffen wären, vorausgesetzt wir haben gelernt, es sicher und effizient zu bedienen und mögliche kritische Situationen zu entschärfen.

Mit den Freiheitsgraden, unter Wasser atmen und sich frei bewegen zu können, beginnt jedoch die Faszination des Tauchsports erst und bietet verschiedenste Entfaltungsmöglichkeiten, der Urlaubsgestaltung einerseits und auch der persönlichen Weiterbildung als Sporttaucher. Unterstützt bzw. gelenkt wird dies als Hobby oder Beruf von der Tauchindustrie (Equipment, Tauchbasen), von Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften, von Tauchausbildungsverbänden und von den Medien – u.a. Cousteau, Hass, Luc Besson und die BBC haben Tauchen und das Interesse an der Unterwasserwelt salonfähig gemacht. Es gilt die Welt zu bereisen und sie entspannt zu genießen (unter wie über Wasser), fremdartigen Organismen zu begegnen und sie ggf. als Unterwasserfotograf zu „sammeln“, Wracks zu betauchen und ihre Geschichte zu recherchieren, Ökosysteme und unsere Rolle darin zu verstehen, technische, physische und psychische Grenzen auszuloten, in gemeinsamen Erlebnissen und Geschichten zu schwelgen und Verantwortung zu übernehmen für den Tauchpartner, die Natur und die Kultur der Gastgeber.

Eine Ausbildungsorganisation, die sich einer soliden Schulung von Sporttauchern und insbesondere von Tauchlehrern verschrieben hat, ist der Verband Deutscher Tauchlehrer (gegr. 1973). Der VDTL e.V. begreift sich als Berufsverband gewerblich arbeitender Tauchlehrer an deutschen Tauchschulen bzw. Tauchbasen im In- und Ausland. Die Ausbildung der Sporttaucher durch VDTL-Tauchlehrer folgt internationalen Standards (zertifiziert gemäß der EUF-Norm mit QM-Feedback), Kinderausbildung erfolgt sehr zurückhaltend und nur nach einer entsprechenden Zusatzausbildung unserer Fachsportlehrer. Die Ausbildung zum Tauchlehrer selbst folgt – entgegen dem anhaltenden allgemeinen Trend zu Minimalstandards – einem vergleichsweise umfangreichen, strengen und zeitaufwändigen Programm zur Sicherung eines überdurchschnittlich hohen Niveaus bezüglich Fachtheorie, Tauchpraxis, Didaktik, Sozial- und Umweltkompetenz. Die mehrstufige Ausbildung dauert nach Abschluss der Sporttaucherlaufbahn mindestens 2 Jahre mit Seminaren in Medizin, Technik und Sportpädagogik, einer einjährigen Praxisphase auf einer zugelassenen Tauchbasis und Prüfungen in Fitness, Tauchpraxis, Wasserrettung, Theorie nach verbandseigener Literatur und theoretischen sowie praktischen Unterrichtsproben.

Die VDTL-Tauchlehrer-Prüfungsordnung ist vom Kultusministerium Schleswig-Holstein anerkannt und führte zeitweise zu Prüfungen „unter staatlicher Aufsicht“. Der VDTL ist Gründungsmitglied eines europäischen Dachverbandes für professionelle Tauchlehrerverbände (cedip: comité européen des instructeurs de plongée professionnels), aktuell 15 Organisationen aus 13 Ländern, die in 46 Ländern Taucher ausbilden. Da wir uns seit jeher als Fachsportlehrer mit hohen didaktischen und pädagogischen Ansprüchen begreifen, sind wir seit über 20 Jahren Mitglied im DSLV und repräsentieren dort den Fachbereich Tauchen (Zuerkennung des DSLV Qualitätssiegels 2005).

VDTL Tauchkurse können bei derzeit ca. 100 aktiven Tauchlehrern mit Schwerpunkt Deutschland, Elba und Fuerteventura absolviert werden und führen vom begleiteten über den „autonomen“ Taucher und „dive leader“ in die professionelle Instruktorenschiene. Zahlreiche Spezialkurse werden angeboten von Nachttauchen bis Wracktauchen, von Nitrox bis Unterwasserfotografie und auch das Apnoetauchen ohne Gerät erfreut sich wieder zunehmender Beliebtheit. Dabei wollen wir uns nicht ausschließlich auf die warmen und fernen Tauchziele stürzen, auch die Seen und Flüsse in
Bayern und Österreich haben ihren Reiz und können Geldbeutel- und Stratosphärenschonend betaucht werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.