DR. KLAUS GLADIATOR

Oder: von Menschen, ohne die es keine Vereine geben würde

Dr. Klaus Gladiator ist einer von denen.
Ohne Dr. Klaus Gladiator, Studiendirektor a.D. für Deutsch und Sport, wären über viele Jahre zahlreiche DSLV News des Sportlehrerverbandes nicht erschienen, wären viele Artikel nicht geschrieben worden, fehlten Protokolle und Schriftstücke. Er war 20 Jahre lang Präsidiumsmitglied. Er führte die Fäden im Hintergrund, die so oft wesentlich sind, über viele Jahre. Ohne Klaus hätte der Sportlehrerverband nicht immer wieder aus stürmischen Zeiten in ruhige Gewässer gefunden – vieles davon weiß ich nur vom „Hörensagen“.
Ich habe erfahren, dass er an Sportlehrplänen mitgewirkt hat und auch viel im Sport an seiner Schule, dem Erasmus-Grasser-Gymnasium, erreicht hat. Er schrieb für unsere DSLV News auch die letzten Jahre Ehrungen, Gratulationen und Würdigungen.
Er schrieb auch einen bemerkenswerten Artikel im DSLV-News 2013/2: Sportunterricht, eine beliebte Verfügungsmasse. Darin veranschaulicht er unter anderem, wie sehr die sportlichen Leistungen im Durchschnitt inzwischen gesunken sind: „Bundesjugendspiele 1985 an einem Münchner Gymnasium. Für die 15-16-Jährigen liegt die Latte im Hochsprung auf 1,80 m. Zwei Springer sind noch im Wettbewerb, beide schaffen die Höhe – damals noch im „Straddle“. Bundesjugendspiele 2013 am gleichen Münchner Gymnasium. Für die wenigen 15-16-Jährigen, die noch an den Spielen teilnehmen, liegt die Latte im Hochsprung auf 1,62 m. Ein Springer schafft die Höhe und darf sich über den begeisterten Beifall der Zuschauer freuen…“
Ohne Klaus, hätte ich mich auch nicht 2012 als Präsidentin zur Wahl gestellt. Damals kannte ich ihn noch nicht mal persönlich, sondern nur vom Telefon.
2012 wurde ich gewählt, die „Neue“, die auf eine Präsidentschaft von fast 40 Jahren von Karl Bauer folgte. Die Neue, die einfach mal machte.Was natürlich für einige nicht einfach war, die immer schon da waren. Wie überall riefen Veränderungen zu Beginn Widerstand hervor. Das Bewusstsein, dass bestimmte Dinge geändert werden müssen, wenn es weitergehen soll, trat damals bei manchen in den Hintergrund von Erinnerungen an „die gute, alte Zeit“. Und somit waren Konflikte unvermeidlich zwischen Verfechtern des Neuanfangs und denen, die die „gute, alte Zeit“ erlebt haben und erhalten wollten. So ähnlich formulierte das Klaus.
Deswegen lud ich 2013 zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung nach Eichtstätt. Ich stellte den Mitgliedern ein Programm vor und ein Team und stellte mich erneut zur Wahl. Die Diskussionen um Ziele und Personen wurden mit teilweise erbitterter Härte geführt. Es wurden Vorschläge des angetretenen Teams von den einen befürwortet und den anderen in Bausch und Bogen verdammt. Es wurden Ängste über mögliche neue Entwicklungen gegenüber den Chancen von Veränderungen diskutiert.
Ohne Klaus und einige andere, wie z.B. Rochus Reiter, wäre damals wahrscheinlich nicht der Übergang gelungen. Klaus war der Hüter des Feuers, er wollte nicht die Asche hüten, sondern die Flamme weitertragen. Ihm war wichtig, dass der Deutsche Sportlehrerverband sich dem Zeitgeist gemäß entwickelt. Auch wenn ihm sicher so manches nicht sofort persönlich gefiel, förderte er die Zukunft. Ihm ging es immer um die Sache, die die unsere ist: qualitativer Sport und Bewegungsbildung für unsere Jugend.
Danke, Klaus. Menschen wie Du sind unglaublich wertvoll für unsere Gesellschaft.

Barbara Roth (Präsidentin DSLV Bayern von 2012 – 2019)

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